Das Migranten sich selbst helfen und aktiv sind, wurde lange Zeit nicht wahrgenommen. Das liegt auch daran, dass sich Migrant/innen anders engagieren als Deutsche. Ihr Engagement konzentriert sich auf Familien- und Nachbarschaftshilfe sowie auf organisierte Selbsthilfe. Deutsche engagieren sich vor allem, weil sie sich für andere Kulturen interessieren. Viele Deutsche wollen den Migrant/innen auch einfach nur helfen. Engagierten Migrant/innen geht es dagegen vor allem darum, eigene Probleme zu lösen.
Das ehrenamtliche Engagement von Zuwanderern ist vielfältig. Die Strukturen und Themen des freiwilligen Engagements von Migrant/innen sind durch die deutsche Migrationsgeschichte der vergangenen 50 Jahre geprägt worden. Darin spielen die sogenannten Migrantenorganisationen eine wichtige Rolle. Sie sind durch ein erhebliches Selbsthilfepotenzial gekennzeichnet, aber auch durch das Bedürfnis ihrer Mitglieder nach gesellschaftlicher Anerkennung und struktureller Einbindung.
Migrantenorganisationen bilden soziale Netzwerke und erbringen eine Vielzahl von Dienstleistungen für ihre Mitglieder, die das staatliche Angebot ergänzen. Auch für die politische Meinungs- und Willensbildung der Zuwanderer sind sie maßgeblich. Dialog und Kooperation mit den Migrantenorganisationen sind für die wirkungsvolle Umsetzung von Integrationspolitik deshalb entscheidend. Hierfür wird das Potenzial der Migrantenorganisationen jedoch zu wenig genutzt. Die Politik sollte sie daher auf allen Ebenen stärker als Diskussions- und Gestaltungspartner in politische Prozesse einbinden.















