Migranten in Brandenburg

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Deutsch (DE-CH-AT)Arabic(الجزائر)Tiếng Việt (Vietnamese)Español(Spanish Formal International)Português (Brasil)French (Fr)Hungarian (informal)Polish (Poland)English (United Kingdom)Russian (CIS)

Arbeit&Wirtschaft

E-mail Print PDF
There are no translations available.

hilfreiche Links und Kontakte:

Wegweiser zur Anerkennung Ausländischer Qualifikationen : Büro der Integrationsbeauftragten / MASF

Frau Yvonne Hanisch
Telefon: 0331 866-5911
E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it

Projekt Acess: Verbesserung der Chancengleichheit für Unternehmen mit Migrationshintergrund / BBAG

Nguyen Quoc Hung
Telefon: 0331 – 237 8507
Fax: 0331 – 237 8509
E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it

Startbahn Brandenburg: Lotsendienst für Migrantinnen und Migranten für Gründungsinterssierte Personen mit Migrationshintergrund / iq-consult

Julia Lexow-Kapp
Schiffbauergasse 7
14467 Potsdam

Tel.: +49 (0)331 620 79 44
Fax: +49 (0)331 620 79 45
E-Mail. This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it



Vietnamesen auf dem Brandenburger Arbeitsmarkt

Eine der größten Gruppen der MigrantInnen auf dem Brandenburger Arbeitsmarkt sind die Vietnamesen. Sie kamen in den achtziger Jahren in die damalige DDR als Vertragsarbeiter und ein großer Teil blieb nach der Wende durch die angespannte Arbeitsmarktlage u.a. in Brandenburg, um an ihren vorherigen Standorten, auf den unterschiedlichsten Gebieten Unternehmen zu gründen. Als Auswahl seien nur einige Richtungen aufgezählt, so z.B. entstanden Nagelstudios, Asia-Imbisse, Textilgeschäfte und am häufigsten Textilstände auf den Wochenmärkten. Die meisten der Unternehmer/innen hatten nur eine niedrige Grundqualifikation, ca. 18 % verfügten über einen Hochschulabschluss. Wenige sprechen auch noch heute ein gutes Deutsch, die meisten haben keine Zeit neben der existentiellen Beschäftigung um sich weiterzubilden.

Am Anfang der neunziger Jahre gab es viele Schwierigkeiten bei der Gründung dieser Unternehmen. Um sie zu festigen und auch eine betriebliche Weiterentwicklung zu gewährleisten, wurde der „Thang Long e.V.", d.h. die Arbeitsgemeinschaft der vietnamesischen Unternehmer/innen unter dem Vorsitz von Nguyen Quoc Hung im Jahre 2007 gegründet. Im Laufe der Jahre gewannen die Unternehmen an Qualität und Größe. Heute gibt es auch bereits gemischte Unternehmen mit deutscher Beteiligung und auch mit mehr Personal.

Im Rahmen des, im Dezember 2009 unter der Bezeichnung „Verbesserung der Chancengleichheit von Unternehmen mit Migrationshintergrund", gestartete Projekt ACCESS, das unter der Schirmherrschaft vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, von Xenos: Integration und Vielfalt, vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg, von der BBAG e.V. und vom ESF: Europäischer Sozialfonds für Deutschland steht, wurden die Erwartungen der Unternehmer/innen analysiert.

Diese Analyse ergab, dass sich vietnamesische Unternehmer/innen nur zurückhaltend äußerten, was ihre Erwartungen an Behörden betrifft. Sie bemängelten die steuerlichen Belastungen für kleine Unternehmen und forderten finanzielle Förderung für betriebliche Ausbildung. Sie wünschten sich mehr Deutschunterricht und Qualifizierungsmöglichkeiten für Unternehmer/innen.

Folgende Aufgaben ergaben sich aus der Analyse im Land Brandenburg:

• Mehr Förderung und Beratung, bzw. Aufbau von Netzwerkstrukturen. Vom Verein der vietnamesischen Unternehmer/innen an der Spitze des Netzwerkes, wurde dazu der Unternehmerstammtisch in vietnamesischer Sprache ins Leben gerufen. Die aktuellen Veranstaltungen finden monatlich einmal statt. Zu unterschiedlichen Themen wird Vorort beraten und diskutiert, wie z.B. Arbeits- und Gesundheitsschutz für Unternehmer/innen, Aufdeckung von Gefahren im Beruf und Handlungsanleitung zur Prävention, bzw. Erteilung von Informationen, Anleitung zur Hilfestellung hinsichtlich Berufserkrankungen.
Oder: Erfahrungsaustausch über Qualitätssicherung und Marketing bei kleinen und mittleren Unternehmen. Auch ein Grundseminar für Unternehmer/innen in vietnamesischer Sprache fand bereits zu folgenden Themen statt:
  • Marktanalyse, Werbung, Umgang mit den Kunden, Kundenaquise.
  • Führen der betrieblichen Unterlagen; Finaztechnik (Kassenbuch, Buchführung, Belege).

Der Stammtisch wurde bisher in Cottbus, Fürstenwalde, Potsdam und Wittenberge durchgeführt. Spezieller Sprachunterricht wird in Potsdam in zwei Gruppen, in Cottbus, Fürstenwalde und Brandenburg an der Havel in je einer Gruppe vorgenommen.

  • Maßnahmen zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Auf diesem Gebiet besteht noch immenser Nachholbedarf, es wird stets daran gearbeitet.
  • Erweiterung der interkulturellen Öffnung von Behörden und Institutionen und Forschungsprojekte in der ethnischen Ökonomie.
Auch dazu gibt es Hilfeleistung vom Verein der vietnamesischen Unternehmer/innen, der gemeinsam mit der IHK Potsdam diverse Veranstaltungen zu diesem Thema durchführt.

Von 150 vietnamesischen Unternehmen wurden bisher ca. 20 befragt und bei denen wurde auch eine Analyse d.h. ein Betriebsscheck durchgeführt. Ca. 15 – 80 werden von allen an Direktberatungen teilnehmen.

Fazit:

Der Markt im Land Brandenburg ist ohne die vietnamesischen Unternehmen noch kaum vorstellbar. Sie sind eine Bereicherung für das Land Brandenburg und haben sich in die Gesamtwirtschaft des Landes voll integriert. Die Unterstützung die heute gewährt wird, trägt morgen ihre Früchte. (MP)